Besuch von Claudia Roth (MdB) beim Augsburger Netzwerk für “Beratung und Arbeitsmarkt-vermittlung für Flüchtlinge” (BAVF)
Das Augsburger Netzwerk BAVF besteht aus der
Volkshochschule Augsburg, der Agentur für Arbeit Augsburg, der Handwerkskammer
für Schwaben und Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH. Unterstützt wird das
Netzwerk außerdem durch die ARGE, der Augsburger Ausländerbehörde, der Regierung
von Schwaben sowie dem Amt für Sozialleistungen. Das gemeinsame Ziel der
Einrichtungen besteht darin, Flüchtlinge und Bleibeberechtigte in Arbeit zu
vermitteln. Eine Besonderheit des Augsburger Netzwerkes ist die Beteiligung der
Agentur für Arbeit, wie Reiner Erben, Geschäftsführer von Tür an Tür –
Integrationsprojekte gGmbH einleitend herausstellt. Gabriele Lindstedt,
Fachbereichsleiterin Hauswirtschaft an der VHS Augsburg betonte in ihren
Grußworten, dass sich die Volkshochschule selbst auch als
Qualifizierungseinrichtung betrachtet, was jedoch in der Wahrnehmung der
Kursangebote oftmals nicht erkannt wird.

Die Besonderheit am Netzwerk BAVF zeigt sich in einer umfassenden sozialpädagogischen Begleitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Angeboten werden Gespräche zur Berufsorientierung, Unterstützung bei der Erstellung von Lebensläufen, Verfahren zur Kompetenzfeststellung, Beratung zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen und Sprachkurse. Die anschließenden Qualifizierungsmaßnahmen sollen den Teilnehmenden den Einstieg in den Beruf erleichtern.
Thomas Wilhelm (Koordination BAVF Netzwerk, Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH) betonte, dass trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage BAVF erste Erfolge erzielen konnte. Seit September 2008 wurden insgesamt 105 Teilnehmer/innen beraten wovon 74 arbeitssuchend sind. In Arbeit vermitteln konnte das Netzwerk bislang 24 Personen. Jedoch ist die Zeit sehr knapp bemessen. Flüchtlinge, die unter die Bleiberechtsregelung fallen müssen bis Ende diesen Jahres eine feste Arbeitsstelle vorweisen um in Deutschland einen Aufenthaltsstatus zu bekommen. Unter diesen Voraussetzungen wird es nicht gelingen können, alle Bleibeberechtigten Flüchtlinge rechtzeitig in Arbeit zu vermitteln. Das Netzwerk BAVF hofft deshalb darauf, dass die politischen Entscheidungs-träger baldmöglichst Lösungen finden.
Silvia Siess (Leitende Dozentin der HoGa- und Hauswirtschaftsmaßnahme bei der VHS) gab anschließend einen Einblick in die derzeitige Qualifizierungsmaßnahme des Projektes. Hierbei werden zehn Teilnehmer/innen aus neun verschiedenen Nationen im Bereich des Hotel- und Gaststättengewerbes sowie im Hauswirtschaftsbereich geschult. Zwei der Teilnehmenden konnten bereits vor Ablauf der Maßnahme in feste Arbeitsverhältnisse vermittelt werden.
Claudia Roth würdigte abschließend die Arbeit des
Netzwerks und zeigte sich sichtlich beeindruckt vom für diesen Anlaß
zubereiteten Buffet. Sie betonte, dass neben solcher Maßnahmen auch ein Umdenken
in der Gesellschaft notwendig sei. Ihr geht es dabei um gegenseitigen Respekt
und Wertschätzung der Potenziale von Flüchtlingen.

Das Netzwerk BAVF wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

