IsbQ - Integration durch sprachliche und berufliche Qualifizierung
Teilprojekt: Integration durch sprachliche und berufliche Qualifizierung (IsbQ)
Das Projekt "Integration durch sprachliche und berufliche Qualifizierung "(IsbQ) verknüpft das Erlernen der Deutschen Sprache eng mit einer handwerklichen Grundqualifizierung für Meschen mit Migrationshintergrund.
Entwicklungspartnerschaft: SEPA in EQUAL II (http://www.equal-sepa.de/ )
Projektzeitraum:13.11.2006 – 31.12.07
Kursdauer:
Integrationskurse: 13.11.06 – 30.06.07
handwerkliche Grundqualifizierung: 02.07.07 – 30.11.07
Beteiligte Projektpartner:
Teilprojektträger: Tür an Tür – Integrationsprojekt gGmbH (TaT)
Kooperationspartner:
Augsburger Deutschkurse (zugelassener Träger durch das BAMF) (ADK)
Integration durch Sprache e.V. (IdS)
Handwerkskammer für Schwaben (HWK)
Ansprechpartner:
Reiner Erben, Tel. 0821/90799-12, email: reiner.erben@tuerantuer.de
Thomas Wilhelm, Tel. 0821/90799-16, email: thomas.wilhelm@tuerantuer.de
Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH
Schießgrabenstr. 14, 86150 Augsburg
Fax: 0821/90799-11
www.tuerantuer.de
Teilnehmer: 40 Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer, deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um das Qualifizierungsangebot der HWK Schwaben wahrzunehmen bzw. erfolgreich zu besuchen. Dabei können Deutschlernende mit oder ohne Berufserfahrung auf dem (deutschen) Arbeitsmarkt gleichermaßen teilnehmen.
Zielgruppe: Berechtigte für Integrationskurse, mit Schwerpunkt anerkannte Flüchtlinge, jüdische Emigranten, so genannte „Bestandsausländer“
Inhalt:
Die Maßnahme besteht aus 4 Bausteinen:
Modul I: (Laufzeit 8 Monate)
Integrationskurs (allgemeiner Sprachunterricht 600 UE) und Orientierungskurs (Wissen über Deutschland, interkulturelles Wissen, Demokratie und Toleranz) 30 UE
Modul II: (Laufzeit 3 Monate)
Berufsorientierter Deutschunterricht (100 UE) parallel zum Integrationskurs (fachsprachl. Erweiterung)
Modul III: (Laufzeit 5 Monate)
Handwerkliche Grundqualifizierung (560 UE)
Modul IV:
Projektleitung und –organisation, TN-Akquise, Sozialpädagogische Betreuung und berufliche Orientierung (kursbegleitend und Nachbetreuung, Kompetenzbilanz, Bewerbungstraining etc.)
Integrationskurse:
Die Vermittlung von Grundkenntnissen der deutschen Sprache (bis zur Niveaustufe B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens) stellt eine Grundvoraussetzung für eine weitere berufliche Grundqualifizierung dar.
In 600 Unterrichtseinheiten werden der Grundwortschatz und die Grundlagen der Grammatik vermittelt.
Die Teilnehmergruppe der anerkannten Flüchtlinge wird im „Konzept für einen bundesweiten Integrationskurs“ vom Januar 2005 des BAMF nicht erwähnt, ebenso wenig wie der im Vorfeld erfolgte ungesteuerte Zweitsprachenerwerb dieser Gruppe, deren finanzielle Mittel nicht ausreichten, um Deutschkurse zu besuchen.
In den bisherigen Kursen des Integrationskursträgers stellte - auf Grund der jahrelangen Zusammenarbeit mit Flüchtlingsberatungsstellen in Augsburg (Diakonie, Caritas und Tür an Tür) - diese Personengruppe 35-50% der TN.
Die Ressourcen der TN werden gezielt gefördert: Da Migrantinnen und Migranten, die schon länger in Deutschland leben und Deutsch als Zweitsprache weitgehend ungesteuert erworben haben, oftmals über eine hohe kommunikative Kompetenz aber wenig gesicherte Grammatik-kenntnisse verfügen, steht eine Systematisierung im Vordergrund. Der hohe Grad der Fossilierung, der bei so genannten „Fließend-Falsch-Sprechern“ die Progression weitgehend bestimmen sollte, erfordert didaktische und methodische Kenntnisse im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Neben einem Lehrwerk wird ständig neues Material erarbeitet, um die schriftsprachliche Kompetenz zu erhöhen und die Teilnahme an zukünftigen beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen zu ermöglichen.
Bewerbungstraining und Kompetenzfeststellung
Die TN, die nicht in die berufliche Qualifizierung gehen, nehmen begleitend und anschließend an den Integrationskurs an Unterrichtseinheiten und Einzelgesprächen teil, die Bewerbungstrainings, Praktikums- und Arbeitsplatzsuche und die Erstellung einer eigenen Kompetenzbilanz zum Ziel haben. Dieses Modul wird auch durch die Einbeziehung von Freiwilligen (Durchführung von Coaching und Bewerbungstraining) ergänzt.
berufsorientierter Deutschunterricht und handwerkliche Grundqualifizierung
Teilnehmerzahl: max. 15,
Methodik:
Die ausgewählten TN werden ergänzend und parallel (Nachmittagsunterricht) zum Integrationskurs in einem 3-monatigen teilnehmerorientierten und fachsprachlichen Training für die handwerkliche Grundqualifzierung bei der HWK vorbereitet. Der fachlich zu vermittelnde Stoff liefert die Inhalte des Unterrichts.
Da auf dem Markt wenig berufsrelevante Lehrwerke existieren (die meist nur auf Bürokommunikation vorbereiten), soll in diesem Projekt gemeinsam mit der HWK eine CD ROM entstehen, die Grundlage für Unterrichtsgespräche, Wortschatzarbeit und Dialogübungen bieten. Innovativ an diesem Ansatz ist, dass TN von verschiedenen Niveaustufen erfolgreich partizipieren können auf Grund des neu gestalteten Unterrichtsmaterials, das statt einer linearen Progression einen „Lernzirkel“ beschreibt, der Binnendifferenzierung ermöglicht. So entsteht ein pädagogischer Korpus an Beispielen für alltagsnahe und authentische Kommunikationsstrukturen am Arbeitsplatz.
Neben der Erstellung von Lernbiografien wird die Progression neu gestaltet, neben dem subjektiven Sprachbedarf (was die TN selbst lernen wollen) wird der objektive Sprachbedarf (stellvertretend durch die HWK) der zukünftigen Arbeitgeber ermittelt. Lernerautonomie wird als wichtiges Ziel verstanden, Lerntransfer (Tagebuch, Selbstbeobachtung) und individuelle Lernberatung sind Teil des Curriculums. Methoden der Motivationsförderung werden begleitend eingesetzt.
Berufliche Qualifizierung
In der eigentlichen 5-monatigen Grundqualifizierung werden die TN in 4 – 5 verschiedenen handwerklichen Bereichen (nach-)qualifiziert. In dieser Phase werden sie pädagogisch betreut und im Rahmen einer beruflichen Orientierung auf die Stellensuche und den Beruf vorbereitet. Die Erfahrung zeigt, dass die Zielgruppe nicht nur mit sprachlichen Schwierigkeiten sondern auch mit vielen Alltagsproblemen zu kämpfen hat. Die pädagogische und berufliche Begleitung soll diese Schwierigkeiten im Prozess der Qualifizierung (u.a. in enger Zusammenarbeit mit den Ausbildern) aufgreifen und nachsteuernd einwirken.
Qualifizierungsorientierte Kommunikation:
Erwerb beruflicher Kenntnisse in einer Zweitsprache (Aus- und Fortbildungen, Einarbeitungsphase etc.)
Dabei werden die qualitativen Aspekte sprachlichen Handelns (Spektrum, Korrektheit, Flüssigkeit, Interaktion, Kohärenz) getrennt bewertet.
Die Fossilierung stellt ein besonderes Problem bei Migrantinnen und Migranten dar, die Deutsch als Zweitsprache ungesteuert erworben haben. Neben der Fehlererkennung und –analyse soll den TN ein sprachliches Regelsystem an die Hand gegeben werden, das Selbstlernen und Lernerautonomie weitestgehend ermöglicht.
Der arbeitsplatzorientierte Sprachkurs ist ein Modell der Zukunft, so wird z.B. in den Niederlanden statt Integrationskursen der berufliche oder spezifische Zweitsprachenerwerb in den Vordergrund gestellt. Dies resultiert aus Erkenntnissen darüber, dass die Zielperspektive und die Einbindung in ein passendes Umfeld wichtige Konstituenten für einen erfolgreichen Spracherwerb sind.
Vorbereitung
Bei der Auswahl der TN wird die vorhandene Zusammenarbeit des Teilprojekt-Trägers mit der Agentur für Arbeit Augsburg und der ARGE-Augsburg-Stadt genutzt um TN für die Qualifizierungsmaßnahme zu finden. Das Projekt „IsbQ“ kann dazu dienen, Erfahrungen zu sammeln um geeignete Qualifizierungsmaßnahmen für die Gruppe der MigrantInnen zu entwickeln.
Bei der Auswahl der TN werden verschiedene Profiling-Verfahren u.a. die Kompetenzbilanz für MigrantInnen angewendet.
Nach der Sichtung und Evaluierung aktueller Unterrichtsmaterialien und Lehrwerke (print-Medien und online) werden Kriterien zur Lehrwerksbeurteilung definiert, die wiederum in einen Leitfaden zur Erstellung von Unterrichtsmaterial münden sollen.
Auswertung:
Das entstandene Material wird aufbereitet. Geplant ist die Erstellung einer CD ROM, die neben Fotos Kurzfilme und Präsentationen enthält und ergänzend zu jedem Lehrwerk oder selbständig im Unterricht eingesetzt werden kann.
Neben der Erforschung und Evaluierung der Sprachanwendungssituationen entsteht ein Instrumentarium aus Textsorten und Themen.
Neben schriftlichen Kontrolltests werden Sprachstandsbeobachtungen durchgeführt, die neben der metasprachlichen Kompetenz (Fehlersensibilität), und der metakommunikativen Kompetenz (Selbstevaluation) eine differenzierte Aussage über die Dialektik von Ressourcen und Defiziten ermöglicht. Sprachliches Handeln besteht aus Rezeption, Produktion, Mediation und Interaktion – diese Fertigkeiten können in einem rein schriftlichen Test nicht gemessen werden.
Flyer zum runterladen:

