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Sprache lernen - beruflich qualifizieren - sozial orientieren

Die EP "Fluequal" - Flüchtlinge qualifizieren im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative "EQUAL"

Die Entwicklungspartnerschaft (EP) "FLUEQUAL" ist ein Netzwerk aus Organisationen, die sich zum Ziel gesetzt haben, AsylbewerberInnen und Flüchtlinge beruflich zu qualifizieren. Koordiniert wird "FLUEQUAL" vom Verein "Tür an Tür e.V.", der in den letzten Jahren mehrere Projekte in der Flüchtlingsarbeit durchführte. Folgende operative Partner bieten im Rahmen der EP Qualifizierungsmaßnahmen an:

  • Wohnungs- und Flüchtlingsamt der Stadt München
  • Euro-Trainings-Centre e.V - ETC (München),
  • Schlau-Projekt (München), Station 2 e.V. (München),
  • SOS-Ausbildungszentrum (Nürnberg),
  • Asylberatungsstelle des Diakonischen Werkes Schwabach,
  • Augsburger-Deutsch-Kurse (Augsburg)
  • Tür an Tür e.V. (Augsburg).

Unterstützt werden diese Teilprojekte von einem Netzwerk diverser strategischer Partner, denen neben Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen auch Verbände, Ausländer- und Flüchtlingsräte, kommunale Dienststellen und Vereine angehören.

Desweiteren ist die EP "FLUEQUAL" Sekretariat der transnationalen Partnerschaft "NEAR" in der sie mit EP`s aus Frankreich (Calais), Schweden (Uni Linköping) und Griechenland (Athen) zusammenarbeitet. Schwerpunkte der transnationalen Arbeit sind: ein europäischer Austausch über Qualifizierungsmaßnahmen, der professionelle Einsatz von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, neue Techniken in der Flüchtlingsarbeit und eine Europäisierung des Asyl- und Flüchtlingsrechtes. Die Evaluation des Projektes wird von MitarbeiterInnen der "Stelle für interkulturelle Zusammenarbeit" der Stadt München und dem Deutschen Jugendinstitut durchgeführt.

Regionale Bedingungen:

Strukturell betrachtet gibt es in Bayern für alle traditionellen Zuwanderergruppen Orientierungs- und Beratungsangebote, nicht aber in ausreichendem Maße für Flüchtlinge. Dies hat zum einen sprachliche Gründe, zum anderen fehlt es häufig an einer flüchtlingsgerechten sowie interkulturellen Fundierung und Ausrichtung der Maßnahmen. Im ersten Jahr des Asylverfahrens fallen Flüchtlinge unter das Arbeitsverbot. Unabhängig ihrer Qualifikationen arbeiten viele von ihnen anschließend in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen bzw. im Niedriglohnsektor. Es ist im Interesse aller, dass Integrationsangebote möglichst früh ansetzen, so dass die Fähigkeiten und Möglichkeiten, die Flüchtlinge mitbringen, optimal genutzt und gefördert werden und Startnachteile, die sie mehr noch als andere MigrantInnengruppen haben, überwunden werden können. Insbesondere die sprachliche und berufliche Integration ist dabei von zentraler Bedeutung.

Maßnahmen:

Die Teilprojekte der EP "FLUEQUAL" führen Qualifizierungsmaßnahmen für AsylbewerberInnen und Flüchtlinge durch, die dieser Zielgruppe den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt bzw. dem des Herkunftslandes ermöglichen sollen. Konzeptionell unterschieden wird die stark heterogene Zielgruppe in die beiden Untergruppen: Kinder und Jugendliche von AsylbewerberInnen und alleinstehende minderjährige Flüchtlinge sowie Erwachsene AsylbewerberInnen und Flüchtlinge. Um sie in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren sind für beide Gruppen Sprachkurse und Angebote der beruflichen sowie sozialen Orientierung notwendig. Die Gruppe der minderjährigen Flüchtlinge benötigt zusätzliche Bildungsangebote um für sich eine Lebensperspektive hier oder in ihrem Heimatland entwickeln zu können. So wird ihnen ermöglicht einen Beruf zu erlernen oder ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können.

Allen Projekten gemeinsam ist:
  • Assessment
  • Sprachkursmodule als Grundlage für berufliche Qualifikation
  • Soziale und berufliche Orientierung
  • Vermittlung von EDV-Kenntnisen
  • Multiplikatorenschulungen
  • Verbesserung der Chancengleichheit von Mädchen bzw. Frauen
  • Abbau von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Da sich in den Ballungsräumen von München und Nürnberg Jugendliche und unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge (UMF) konzentrieren, liegen hier die Schwerpunkte auf Angeboten wie schulanaloger Unterricht (Schlau-Projekt), berufsvorbereitende Maßnahmen (ETC) und modularisierte Berufsausbildung.

Bei den Qualifizierungsmaßnahmen wurden unterschiedliche Modelle erarbeitet, deren Wirksamkeit erprobt, weiterentwickelt und verglichen werden soll:

  • Ausgehend von den individuellen Fähigkeiten des einzelnen Flüchtlings werden beim "Bildungsrucksack" (München) Qualifizierungsmaßnahmen paßgenau angeboten.
  • Im SOS-Ausbildungszentrum Nürnberg werden modularisierte Teil- bzw. Qualifizierungsangebote für diverse Berufsfelder ermöglicht.
  • Berufliche Qualifizierungsmaßnahmen in Schwabach bieten in separaten Lehrgängen Grundkenntnisse in den Arbeitsfeldern des pflegerisch-hauswirtschaftlichen, des EDV- und Logistik-Bereichs an. Ein spezieller Lehrgang im Bereich Textilverarbeitung soll Frauen eine Existenzgründung in ihrem Herkunftsland ermöglichen.
  • Beim Projekt "QUIF" in Augsburg werden vier aufeinander aufbauende Module zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Berufsorientierung angeboten. Spracherwerb, berufliche und soziale Orientierung sind hier stark vernetzt. Flüchtlinge werden in diesem Projekt zusätzlich von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen begleitet.

Koordination:

EP "FLUEQUAL"
c/o: Tür an Tür e.V.
Schießgrabenstr. 14
86150 Augsburg
Tel: 0821/90799-13
Fax: 0821/90799-11
E-mail: fluequal@tuerantuer.de


Qualifizierung und Integration für Flüchtlinge (QuIF)

Evaluationsbericht zur Arbeit von FLUEQUAL

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