Geschichte
Die Geschichte von Tür an Tür
Erstes Projekt des Vereins war die Planung einer Modellwohnanlage für Studierende und Flüchtlinge in Augsburg. Es wurde aufgrund sinkender Flüchtlingszahlen nach dem sog. "Asylkompromiss" und dem daraus resultierenden nachlassenden Interesse der staatlichen Stellen nicht umgesetzt.
Die spendenfinanzierte "Zeitung für ein menschenwürdiges Asyl und ein ausländerfreundliches Augsburg" ging 1993 in einer Auflage von 115.000 Exemplaren an die Augsburger Haushalte. Herausgeber waren Tür an Tür und Partnerschaft 3.Welt e.V.
1994 brachte "Tür an Tür" seine Themen mit anderen Augsburger Initiativen durch eine "Plakatdebatte" stadtweit bei den Landtags- und Bundestagswahlen ins Gespräch.
Im Juni 1995 erreichte der Verein die Wiedereröffnung des Augsburger "Wohnbüros", einer Beratungsstelle für sozial benachteiligte Wohnungssuchende. Wegen fehlender Zuschüsse musste die Einrichtung nach vier Jahren geschlossen werden.

Tür an Tür-Aktive im Augsburger Wohnbüro
v.l.n.r: Matthias Schopf-Emrich, Brigitte Jacklin, Margrit Wucher, Thomas Körner-Wilsdorf, Alfons Mayer, Alfred Jacklin und Wolfgang Krell
"Tür an Tür" hat mehrmals zu "Asylpolitischen Kaffeefahrten" eingeladen, um öffentlich auf die Lebensumstände von Asylbewerbern aufmerksam zu machen.

Ab Februar 1996 beschäftigte der Verein für zwei Jahre zwei hauptamtliche Flüchtlingsberater im Augsburger "Fabrikschloß". In diesem Sammellager lebten bis zu 1400 Flüchtlinge unter extrem schlechten Bedingungen. Im Mai legte "Tür an Tür" ein Diskussionspapier zu "Mindeststandards für die Unterbringung von Flüchtlingen in Bayern" vor.
Seit 1997 ist der Verein Herausgeber der Straßenzeitung "RISS - Augsburgs Zeitung für soziale Themen". Im November 1997 wurde im Rahmen eines zeitlich begrenzten Pilotprojektes u.a. durch Unterstützung der Europäischen Kommission die "Beratungsstelle für die Integration ausländischer Flüchtlinge" eröffnet. Neben einer allgemeinen Sozialberatung und speziellen Sprachkursen bot die Beratungsstelle Hilfe bei der Wohnungssuche.
1999 wurde "Tür an Tür" vom Deutschen Bundestag mit dem Förderpreis "Demokratie leben" ausgezeichnet. Im selben Jahr erweiterte der Verein seine Arbeit mit dem Projekt Europadorf in Augsburg. Dabei handelt es sich um eine vom Verein "Hilfe für heimatlose Ausländer in Deutschland" nach dem 2. Weltkrieg errichtete Wohnsiedlung für "displaced persons". Der Initiator der Europadörfer, der belgische Pater Pire, erhielt dafür 1958 den Friedensnobelpreis. "Tür an Tür" gründete eine gemeinnützige GmbH, die im Oktober 1999 die Häuser mit den insgesamt 20 Wohnungen kaufte. Bis 2003 wurden die Wohnungen nach sozialen und ökologischen Standards saniert. In zwei Neubauten entstanden zusätzlich 16 Wohnungen für in Augsburg lebende Flüchtlinge.
2000 erweiterte "Tür an Tür" das Angebot der Beratungsstelle um die Bereiche "Freiwilligenarbeit" und "Bildung & Arbeit". In Zusammenarbeit mit der Flüchtlingsberatungsstelle des Diakonischen Werkes entstand daraus im Juni 2002 das Augsburger "Beratungs- und Integrationszentrum für Flüchtlinge" in der Schießgrabenstraße 14.
2002 und 2003 war der Verein Träger der vom europäischen Flüchtlingsfonds geförderten "Informations- und Beratungsstelle für Flüchtlinge" und der "Beratungsstelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge".
2003 koordinierte "Tür an Tür" die Veranstaltungsreihe "Auf Augenhöhe - interkulturelle Begegnungen im Raum Augsburg".
Von 2002 bis 2005 koordinierte der Verein den bayerischen Projektverbund "Fluequal (Flüchtlinge qualifizieren)" und führte das Projekt "QuIF (Qualifizierung und Integration für Flüchtlinge)" durch.
2005 gründete der Verein als Hauptgesellschafter die "Tür an Tür - Integrationsprojekte gGmbH", die seitdem für verschiedene EQUALProjekte verantwortlich ist: der Projektverbund "MigraNet (Netzwerk zur strukturellen Neuordnung der beruflichen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund)", das Projekt "empowerMi (Beratung und Förderung von MigrantInnen)" und das Projekt "QuIF (Qualifizierung und Integration für Flüchtlinge)". Bestandteil der Arbeit ist auch die Unterstützung von freiwilligen MitarbeiterInnen u.a. durch das Projekt "SCALA (Entwicklung von Bildungs- und Lernprogrammen für Freiwillige)".

