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Obdachlose als Comic-Helden in der Ausstellung „Risskant“ vom 2. bis 18. Dezember im Annahof

Seit 1995 gibt es das Straßenmagazin „Riss, Augsburgs Zeitschrift für soziale Themen“. Es kann nur bei Straßenverkäufern erworben werden. Menschen ohne Wohnung am Rand der Gesellschaft können auf diese Weise etwas Geld einnehmen, ohne betteln zu müssen. 80 Cent vom Verkaufspreis von 1,50 Euro dürfen sie behalten. Der Rest deckt die Druckkosten. Die Redaktion arbeitet ehrenamtlich. In fast jeder Riss-Ausgabe gibt es eine Seite der Comic-Serie „Richie, der Gerissene“. 52 Folgen sind bis heute erschienen. Zeichner Andreas Alt (44) beschäftigt sich auf diese Weise mit der Situation Augsburger Obdachloser: satirisch zugespitzt, nicht immer ganz ernst gemeint, aber immer mit einem ernsten Hintergrund.

Jetzt werden einige von ihnen vom Verein „Tür an Tür“, dem Riss-Herausgeber, in Zusammenarbeit mit dem „Annapunkt … ansprechBar“ im Hollbau im Annahof ausgestellt. Ergänzt werden sie durch Aufnahmen der Riss-Fotografin Annette Zoepf und durch Daten und Fakten zu Armut und Obdachlosigkeit in Augsburg. Die Ausstellung „Risskant – Comics und Fotografien über Obdachlosigkeit in Augsburg“ wird am Montag, 2. November, um 19.30 Uhr mit einem Vortrag des Armutsexperten Prof. Gerhard Trabert eröffnet und ist bis Ede November bei freiem Eintritt zu sehen.

„Richie der Gerissene“ soll den Riss-Lesern alltägliche Probleme von Obdachlosen in Augsburg, die aber vielen Bürgern unbekannt sind, nahebringen. Dass die Richie-Gags für die Betroffenen nur selten zum Lachen sind, dokumentieren die Fotos von Annette Zoepf. Die 40-jährige Fotografin ist Gründungsmitglied der Riss-Redaktion. Mit dem Thema Obdachlosigkeit hatte sie sich schon 1996 in der Abschlussarbeit ihres Studiums der Visuellen Kommunikation beschäftigt, mit der sie die Lebensumstände einer wohnungslosen Frau in Augsburg dokumentierte.

Zudem bietet die Ausstellung viele Informationen zur Wohnungslosigkeit in Augsburg, die vor allem eines bleibt: ein Makel einer noch immer relativ wohlhabenden Gesellschaft, in der manche nicht so leistungsfähige Menschen – oft jedoch auch unverschuldet – an den Rand gedrängt und aus der bürgerlichen Gemeinschaft ausgeschlossen werden.

Die Anlaufstelle „Annapunkt … ansprechBar“ ist zuständig für Infos, Kultur, Seelsorge, Kircheneintritt und geistliche Begleitung. Zugleich hat dieser Info-Punkt immer wieder mit den Herausforderungen der Obdachlosigkeit zu tun und will sich diesem sozialen Thema auch stellen. Die Ausstellung „Risskant“ ist montags bis freitags von 11 bis 16 Uhr und samstags von 12 bis 14 Uhr geöffnet. Zur Ausstellung erscheint auch ein kleiner Katalog.

Nähere Auskünfte

Annapunkt
Im Annahof 4

86150 Augsburg.

Tel: 0821/450 441-60, Fax: -87,
E-Mail: info@annahof-augsburg.de

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